Medienberichte

ABSM in Basel und Gjakove erinnert sich an Pjeter Rodiqi

http://gjakovapress.info/gjakovapress-numer-139/ seite :24/25

Aus- und Weiterbildung bei ABSM

ABSM bildet durch interessante Praktika im Bereich
Migration – Integration

ABSM – eine Institution, welche in Bezug auf die Integration in der Region Basel nicht mehr wegzudenken ist

Vor zweiundzwanzig Jahren wurde ABS, als Beratungsstelle für Albaner in der Schweiz konzipiert. Damals kam die grösste Anzahl von Flüchtlingen aus dem Kosovo und anderen albanischen Gebieten. Nur drei Jahre später hatte ABS den Preis für Integration des Kantons Basel-Stadt gewonnen. Der damalige Regierungsratspräsident war Dr. Hans-Martin Tschudi, mit dessen Name unweigerlich ein hoher Einsatz für eine gelungene grenzüberschreitende Zusammenarbeit als auch für die Integration von Ausländern, insbesondere Albanern, in Basel verbunden ist.

Dr. Hans-Martin Tschudi

Tschudi, der längst nicht mehr im Amt ist, fand dieses Jahr Zeit für die Abschlussveranstaltung des Schuljahres 2018-2019 unseres Zentrums, welches heute den Namen Ausbildungs- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Migranten, kurz ABSM, trägt. In seiner Rede vor zahlreichen Kursteilnehmenden und deren Familien verwies er darauf, dass die ehemalige kleine Beratungsstelle ist nicht nur gewachsen, sondern auch ihren Wirkungsbereich im Laufe der Jahre ausgeweitet hat. Zudem hob er den Mehrwert hervor, den ABSM für die Integration von Ausländern über viele Jahre hinweg erbracht habe: „Heute ist ABSM nicht mehr wegzudenken, wenn es um das gesellschaftliche Leben in Basel-Stadt geht“.

In seiner kurzweiligen Rede betonte er mehrfach, wie wichtig es für Ausländer sei, die in der Schweiz leben, die Sprache des Landes zu können: „Auch wenn ich woanders hinziehen würde, würde ich zuerst die Landessprache lernen. Dies ist die elementarste Sache, um die Realität im Land zu verstehen und sich dort zu integrieren. Daher ist der Beitrag von ABSM, als Zentrum, das hauptsächlich Deutschkurse anbietet, für die Integration von Ausländern in der Region Basel und der Schweiz, so wichtig“.

In seiner Begrüssungsrede gratulierte gleichzeitig das ABSM-Vorstandsmitglied Nazmi Jakurti den Absolventen zu den besuchten Kursen, zu den gezeigten Ergebnissen und ihrem Engagement. Er erwähnte den unermüdlichen Einsatz von ABSM-Präsident Skender Nikoliqi und bedankte sich namentlich bei den Partnern von ABSM, sprich Stiftungen, Organisationen und Beratungsstellen aus der Stadt und der Region Basel, die über die Jahre die erfolgreiche Arbeit von ABSM ermöglicht haben.

Jakurti erinnerte zudem die Anwesenden an die führende Rolle des Kantons Basel-Stadt in der Integrationspolitik: „Alle Neuankömmlinge werden angeregt, hier Deutsch zu lernen und sich in die Gesellschaft zu integrieren. Dabei nimmt die ABSM als professionelles Integrationszentrum seine Verantwortung mit hoher Motivation wahr. Die ABSM bietet bereits seit über 20 Jahren Deutsch- und Integrationskurse an, sowie seit 4 Jahren die ‚‚Willkommen‘‘-Gratiskurse für Neuzugezogene in Basel über insgesamt 80 Lektionen“.

Nach einem kleinen musikalischen Beitrag der ABSM-Spielgruppe gratulierten auch der Gründer und Vorsitzende von ABSM, Skender Nikoliqi sowie der ehemalige Regierungsratspräsident Dr. Hans-Martin Tschudi den Kursteilnehmenden zur Teilnahme an den Kursen und dem gezeigten Lernerfolg. Ausgezeichnet mit einer Rose sowie einem Geschenkgutschein wurden anschliessend die Kursteilnehmenden mit der höchsten Präsenzquote sowie mit dem besten Prüfungsresultat.

Musikalisch meisterhaft begleitet wurde die Zeremonie vom Trio des bekannten albanischen Saxophonisten Arsim Leka (zusammen mit Martin Wyss und Lucio Marelli).

Der Abend wurde mit einem reichhaltigen, von den Kursteilnehmenden selbst zusammengestellten Büffet mit kulinarischen Spezialitäten aus aller Welt abgerundet.

Ausblick

Sie können sich bei ABSM auch im Sommer einschreiben.

ABSM bietet Deutschkurse für die Niveaus A1 bis B2 an. Ebenfalls im Programm sind die sogenannten “Willkommen”-Kurse, sowie spezielle Kurse für Mütter. Alle Kurse können zu unterschiedlichen Zeiten besucht werden: morgens, nachmittags und abends.

Das ABSM-Angebot ermöglicht es Müttern mit kleinen Kindern, dass während des Kursverlaufs auf ihre Kinder aufgepasst wird. Um die Kinder kümmern sich drei zertifizierte Spielgruppenleiterinnen mit dem zusätzlichen Lehrgang „Frühe sprachliche Förderung – Schwerpunkt Deutsch“.

ABSM bietet auch ein einjähriges Programm für Kinder vor der Vorschule „Kindergarten“ an. Dieses Programm heisst Obligatorium “Frühe Deutschförderung” und ist zwei- bis viermal pro Woche, für Kinder von 3 bis 4 Jahren und ist kostenlos.

Das neue Schuljahr beginnt mit diesen Angeboten Mitte August. Wenn Sie sich für einen der Deutsch- und Integrationskurse anmelden möchten, können Sie sich jederzeit an das ABSM-Sekretariat wenden, welches auch in den Sommerferien geöffnet ist.

ABSM – eine Institution, welche in Bezug auf die Integration in der Region Basel nicht mehr wegzudenken ist.

https://www.albinfo.ch

Up With People in Gjakova

Gjakova und die Baseler Kantone mit bilateraler Zusammenarbeit im Archivbereich

Vom 19. bis zum 21. November 2018 besuchte eine Delegation der Gemeinde Gjakova beide  Baseler Kantone in der Schweiz und führte mehrere Treffen, mit besonderem Fokus auf die weitere Zusammenarbeit im Archivbereich, durch.

Die Delegation der Gemeinde Gjakova bestand aus Ramadan Hoti, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde,  Valdrin Shehu, Regionaldirektor des Archivs von Gjakova, Rahovec und Malisheva, Arber Gola, Leiter des Europäischen Integrationsbüros, Skender Nikoliqi, Direktor des Verwaltungsrats von ABSM (Zentrum für Bildung und Beratung) in Basel und Vjosa Meqa, Verwaltungskraft bei ABSM.

Am ersten Tag wurde die Delegation aus dem Kosovo in einem der Hallen des Zentralarchivs des Kantons Baselland von der Direktorin des Archivs in Liestal, Baselland, Frau Regula Nebiker, empfangen. Es ist erwähnenswert, dass das Archiv von Baselland über 21 km Archivdokumente verfügt.

Nach der Eröffnung des Treffens stellte Herr Nikoliqi die Delegationsmitglieder vor und bedankte sich bei Frau Regula Nebiker, der Direktorin des Archivs des Kantons Baselland und der Stadrätin der Stadt Listal, für ihr persönliches und institutionelles Engagement für die Organisation dieses Besuchs und des ersten Treffens.

Der stellvertretende Bürgermeister, Herr Hoti, bedankte sich ebenfalls bei Frau Regula Nebiker, die trotz ihres freien Tages das Treffen ermöglichte und wertete dies als neuen Ausdruck des großen, wertvollen und kontinuierlichen Beitrags des Schweizer Staates zur Unterstützung der Staatsbildung im Kosovo.

Herr Valdrin Shehu informierte über die Organisation der Strukturen, Aktivitäten und Arbeitsbedingungen im Staatsarchiv von Kosovo und Gjakova. Nachdem Frau Nebiker feststellte, dass Archive die Identität eines Landes sein, erklärte sie ihrerseits, wie die Verwaltungen und andere Archivstrukturen in der Schweiz funktionieren. Als ein wichtiges Detail betonte sie, dass sie sich in gepflegten Einrichtungen befinden, die optimale Bedingungen für Dokumente haben, obwohl nur 8 bis 9 Personen in den Liestal-Archiven arbeiten. Nebiker fokussierte sich etwas länger im Hinblick auf eine schnellere und modernere Digitalisierung, die eine langfristige Aufbewahrung von Dokumenten bietet und größere Möglichkeiten zur schnelleren und einfacheren Suche und Nutzung dieser Dokumente  ermöglicht.

Digitalisierung hilft Menschen, die eine Leidenschaft und den Ehrgeiz für vertiefte Studien haben, durch Online-Recherchen das zu finden, was sie wollen, unabhängig davon, wie wieviele Jahrhunderte alt diese Dokuemente sein, wie historische Bücher, Fotografien, historische Karten, Kirchenbücher, etc.

Laut Frau Nebiker sei es nicht empfehlenswert, dass alte Dokumente von Privatpersonen gekauft werden, obwohl das Gesetz dies nicht verbietet. Andererseits wies sie darauf hin, dass das Archiv von Gjakova anspruchsvoller sein und die finanziellen Möglichkeiten erhöhen sollte, um mit diesen Geldern wichtige und wertvolle Dokumenten von Privatpersonen, die diese Dokumente als Familienerbe vererbt oder von anderen Quellen bekommen haben, abzukaufen. Arber Gola beendete das erste Treffen mit einer Power Point-Präsentation über die Besonderheiten und Traditionen der Region Gjakova und die Möglichkeiten, Geschäftsaktivitäten in dieser Region zu tätigen.

Am Morgen des zweiten Tages, am 20.11.2018, fand ein sehr fruchtbares Treffen mit dem ehemaligen Basler Präsidenten,  Dr. Hans Martin Tschudi statt. Bei diesem Treffen wurde das Beispiel der Zusammenarbeit der Stadt Basel mit anderen grenzüberschreitenden Staaten hervorgehoben. Ein gutes Beispiel der Zusammenarbeit wurde von Herrn Tschudi der Flughafen Basel, welcher auf dem Land von Frankreich operiert, genannt. Darüber hinaus riet Herr Tschudi der Delegation, so viel wie nur möglich an grenzüberschreitende Zusammenarbeit, zum Wohle der Stadt Gjakova, zu führen.

Am zweiten Tag, am 20.11.2018, wurden die meisten Besuche in den Räumlichkeiten des alten Basler-Archivs durchgeführt. Esther Baur, Direktorin des Archivs des Kantons Basel, erzählte den Gästen aus Gjakova, wie die Räume der neuen Archivanlage aussehen werden. Neben dem Speichern und der Aufbewahrung von Dokumenten wird das neue Archiv auch Räume für Seminare, zum Lesen, für Kaffee, zum Hören und Ansehen von Videos oder Tonaufnahmen, Bibliothekshallen, usw., bieten.

Frau Baur hielt es für sehr wichtig, sowohl analoge als auch digitale Archivierungs- und Nutzungssysteme zu verwenden. Gleichzeitig riet sie, dass Staatsarchive zu sein Bürgern und Wissenschaftlern offen stehen, aber auch einen angemessenen Schutz der Daten und der mit ihnen betroffenen Personen haben.

Herr Valdrin Shehu erzählte über die Ziele und Objektive des Archivs der Gemeinden Gjakova, Rahovec und Malisheva für die kommenden Jahre und wertete sie als eine der wichtigsten Sammlungen von kulturellem und historischem Wert und Bereitstellung von Materialien aus Finanzierung der neuen Archiveinrichtung der Gemeinde Gjakova.

Der Leiter des IT-Bereiches, der für die Umsetzung des digitalen Archivs verantwortlich ist, sagte, dass sein Motto folgeder sei: “Alles, was digitalisiert werden kann sollte digitalisiert werden, alles!” Der Leiter des Digitalisierungslabors erklärte konkret, wie man ein altes Buch digitalisiert, z.B. ein Buch aus dem Jahr 1912 mittels eines hochprofessionellen Scanners mit hoher Klarheit der Fotografie. Er verwies auch auf den Online-Katalog digitalisierter Dokumente, der für jedermann zugänglich ist. Auch betonte er, dass einige Dokumente zur Sicherheit und zum Schutz der Privatsphäre nicht online veröffentlicht werden, sondern nur für die interne Verwendung der Staatsarchive zur Verfügung stehen.

Am dritten Tag traf sich die Delegation mit Herrn Josias Planta, Direktor des Auswärtigen Departments in Basel. Er informierte die Gäste aus dem Kosovo über die Städtepartnerschaften der Stadt Basel mit Städten aus anderen Ländern, mit den Schwerpunkten Kultur, Kunst, Bildung, Medizin, etc. Er wies auf viele Berührungspunkte zwischen der Stadtverwaltung von Gjakova und Basel hin, einschließlich der zwischen den Archiven der beiden Städte. Dies sollte jedoch besser konkretisiert werden, um eine für beide Seiten eine fruchtbare Zusammenarbeit zu ermöglichen. Der Wunsch beider Beteiligten war, dass Treffen und Besuche dieser Art auch in Zukunft fortgeführt werden sollten, so dass das Archiv der Region Gjakova oder andere Projekte unterschiedlicher Art, einen modernen, zeitgemäßen und leicht funktionsfähigen Standard für die Bürger und Gelehrte bekommt.

Eine Verbindungsbrücke für alle oben genannten Treffen war ABSM (Zentrum für Bildung und Beratung) und GjakovaBasel, welche auch weiterhin solche Initiativen für die Entwicklung und Umsetzung verschiedener Projekte unterstützen werden.

von Vjosa Meqa, Basel

ABSM und GjakovaBasel

Ein wichtiger Besuch einer Delegation von OCDE in Basel:

https://www.albinfo.ch

Ein geglücktes Jahresabschlussfest der ABSM

Mehr Lesen: Link

Ein Interview über Binningen-Bottmingen Musik Projekt in Gjakova

Die ABSM feiert den Abschluss eines erfolgleichen SchuljahresLink 

Eine Basler Gruppe wandert im Kosovo

Was, du planst eine Wanderreise nach Kosovo, fragt mich ein Bekannter. Hat es dort überhaupt Berge, und warum ausgerechnet nach Kosovo?

Für Schweizer ist Kosovo keine attraktive Reisedestination; aber Berge scheint es doch zu haben; denn im Katalog von GAEA-Tours wird eine Wander-Reise ausgeschrieben, die mich interessiert. Ich erzähle es weiter, und schnell bildet sich in Basel eine Gruppe von sieben Freunden, die in Kosovo und Nordalbanien wandern wollen.
Wir waren schon oft zusammen in den Bergen unterwegs: in der Schweiz, Italien und Frankreich. Immer stand bisher das Wandern, die Bewegung, das Berg-Erlebnis im Zentrum.
Aber in Kosovo verschiebt sich das Interesse schon sehr bald; jedenfalls für mich.
Natürlich stehen innerhalb von elf Tagen sieben Bergtouren auf dem Programm. Aber was während und zwischen den Wanderungen geschieht, wird mir immer wichtiger. Bergregionen ähnlich wie in Kosovo gibt es auch in der Schweiz: im Emmental oder im Toggenburg, im Simmental und im Entlebuch. Dazu braucht man nicht nach Kosovo zu reisen.
Aber wir sind Menschen begegnet, die in einer ganz andern Kultur leben, von deren geschichtlichem Hintergrund ich nur wenig weiss und deren soziale Alltagswirklichkeit mit der meinigen nicht vergleichbar ist.

Drei Beispiele:

Auf einer unserer Wanderungen müssen wir auf einen Teil der Gruppe warten, weil diese einen längeren Weg gewählt hat. Bei einem ganz einfachen Berg-Bauernhof bitten wir um einen Rastplatz, weil es regnet. Das Ehepaar und sechs Kinder führen uns ins Gästehaus, das mit Teppichen und Sitzpolstern ausgelegt ist, auf die wir uns niederlassen. Dann bieten sie uns Kaffee und drei Sorten selbst gemachten Käse an und ermuntern uns zum Zugreifen, während sie selber nichts zu sich nehmen, weil sie den Ramadan halten. Wir sind „Schutzsuchende“, vorüberziehende Fremde; aber wir werden als Gäste behandelt, denen man Ehre erweist, sie bewirtet und ihnen Zeit schenkt.

Als ein weltpolitisch interessierter Mensch weiss ich etwas vom Balkankrieg der 1990er-Jahre und vom Kampf, welcher zur Unabhängigkeit des Kosovo von Serbien geführt hat. Aber dass dieser Kampf erst vor sechszehn Jahren geführt worden ist, dass er in Gesprächen  mit Menschen immer wieder gegenwärtig ist und dass wir zwei grosse Friedhöfe besuchen, in denen viele Hunderte Kriegsopfer begraben sind, das dringt erst auf dieser Reise in mein Bewusstsein.

Ich habe mehrere gut ausgebildete junge Menschen kennengelernt, die sich äusserlich kaum von gleichaltrigen Schweizern unterscheiden. (Auch sie spielen dauernd mit ihrem Handy.) Aber viele von ihnen haben entweder keine Arbeit, oder sie kommen mit ihrem Einkommen von monatlich +/-  400 Euro nicht allein für sich selber, sondern auch für Eltern und Geschwister auf. Das Netzwerk der Familiensolidarität scheint in Kosovo noch weitgehend intakt zu sein.

Kosovo ist ein kleines Land; kleiner noch als die kleine Schweiz. Es ist ein landschaftlich schönes Land mit eindrücklichen Schluchten und Bergen. Aber nicht das hat mich am meisten beeindruckt.

Beeindruckt haben mich die freundlichen, kontaktfreudigen Menschen, denen ich begegnen durfte, die ihren oft schwierigen Alltag mit Gelassenheit und Humor bewältigen.
Oder wie mir eine junge Frau, die ausgezeichnet Deutsch spricht, sagt:
„Das Leben ist nicht einfach, aber einfach schön.“

Theophil Spoerri
Basel, 5. August 2015

GjakovaBasel is further promoting the Touristic beauties of Kosovo.